Silber-Grusel-Krimi Nr. 330: Tanzplatz der Verfluchten
Silber-Grusel-Krimi Nr. 330: Tanzplatz der Verfluchten


"Verdammt", fluchte Ruth Bestner ungehalten. "Jetzt reicht's mir aber. Wie lange dauert das denn noch?" Sie rief es gegen den Wind, der ihr den Regen heftig ins Gesicht peitschte. Die schmale asphaltierte Straße führte gewunden in die Höhe. Düster ragten dicht stehende Kiefern und Fichten rechts neben ihr auf. Zur Linken stürzte der Fels jäh in die Tiefe. Knorrig und dünn ragten auch hier vereinzelt Kiefernstämme in die Höhe. In der Ferne war das hügelige Land hinter dem grauen Regenschleier mehr zu ahnen, denn zu sehen. Es nützte nichts, das die sechs jungen Leute gelbe Regenmäntel umgelegt und die Kapuzen hochgeschlagen hatten. Der Wind wehte die Kapuze von ihren Köpfen, und die Blue Jeans unter den Mänteln waren klatschnaß. "Es kann nicht mehr weit sein" , wandte der vorderste der sechs Radfahrer, die sich die Anhöhe hochquälten den Kopf. "Hinter der nächsten Kurve ist es bestimmt ..." "Das hast du bei der letzten auch schon behauptet", schimpfte Ruth Bestner. "Da hab' ich mich eben getäuscht!" "Vielleicht täuschst du dich diesmal wieder."


von Jürgen Grasmück, erschienen am 13.01.1981, Titelbild: R.S. Lonati