Silber-Grusel-Krimi Nr. 141: Das Soma der Göttin Kali
Guy Helder, 24, steuerte den Bus über den endlos langen, holprigen
Gebirgspfad. Der Amerikaner, dessen rostrote Bartfräse seine Hasenscharte
kaschierte, war seit langem auf der Suche nach neuen Ufern. Er war ein
Romantiker, der nichts mehr verachtete als das bürgerliche Leben, dem
er wegen der Untreue seiner Frau für immer den Rücken gekehrt hatte.
Neben Guy, dessen verschwitztes Khakizeug einen penetranten Geruch
verströmte, klimperte Jonny Desmond, 26, elegisch auf seiner Sitar.
Seine kühn vorspringende Nase war das letzte Überbleibsel einer
ehemals markanten, gefestigten Persönlichkeit. Jetzt lebte Jonny nur
noch dem Trip und irgendwelchen mystischen Vorstellungen beginnender geistiger
Zerrüttung. Jonny kam aus Soho, wo illegal eingewanderte Pakistanis
ihn mit dem »Stoff« bekannt gemacht hatten.
von Cater Saint Clair, erschienen am 03.05.1977 , Titelbild: ???
Rezension von
Postman:
Kurzbeschreibung:
Eine Gemeinschaft von fünf jungen Hippies möchte in Tibet den Guru
Swami besuchen um Ihre Meditationskenntnisse zu erweitern. Man findet jedoch
ein abgestürztes Aufklärungsflugzeug, in welchem
merkwürdigerweise ein Yeti sitzt. Da man im Flugzeug ebenfalls einen
höheren Geldbetrag findet, nimmt man diesen solidarisch an sich und
setzt den Weg fort. Beim Guru angekommen versucht sich kurz darauf die einzige
Dame mit dem Geld abzusetzen. Die gesamte Reisegruppe wird jedoch getötet,
Swami selbst scheint nur ein Geistwesen zu sein.
Stanley Amery ist mit seiner Aufklärungsstaffel in Thamarit in Dhofur
(Gouvernement des Sultanats Oman) am Arabischen Meer stationiert. In seinen
Träumen wird ihm offenbart, dass er ein Liebling der Götter wäre
und die Göttin Kali seine Hilfe benötigen würde. Drei
vorangegangene Kameraden sind mit Ihren Flugzeugen schon verschwunden, ohne
das Rätsel von Blinkzeichen im Himalaya Gebirgsmassiv klären zu
können. Er soll am nächsten Tag den Flug mit seinem Kollegen Bill
Thorp tauschen und dann weiteres erfahren. Während des Fluges wird Stanley
erneut von Kali kontaktiert und nach einem Absprung aus der Maschine in ihr
Reich versetzt. Er begegnet Sri, seiner leiblichen Göttermutter, lernt
Surya das Sonnenmädchen kennen, und erlangt mit einem
Soma
Trank die Unsterblichkeit. Er erfährt, dass die Blinkzeichen Opferfeuer
waren, und mit dem Absturz der Flugzeuge der Schutz der Götter gewahrt
wurde. Sein Auftrag lautet, im Namen Kalis die unterstellte
Götterinkarnation Sisupalas zu jagen, welche sich als Gangsterboss Archie
Ross getarnt in Amerika ein eigenes Reich aufbauen möchte. Besonders
heikel ist, dass der Abtrünnige Soma zur Seite schaffen konnte, und
damit übersinnliche Ausprägungen unter den Sterblichen fördern
kann.
Stanley und Surya treffen in Amerika ein und beziehen Quartier in Tante Rosalie
Mellishs Haus. Da zwischenzeitlich Stanleys abgestürztes Flugzeug in
Tibet gefunden wurde, ist man sehr verwundert Stanley in Amerika lebend
anzutreffen, als man seiner Tante von dessen Tod berichten möchte. Man
vermutet nun dass er als manipulierter Agent die Seiten gewechselt hat und
eröffnet, als man ihn nicht töten kann, landesweit die Jagd auf
ihn. Auf der Flucht versuchen die beiden Götterkämpfer nun mit
Hilfe mental lenkbaren Kampfscheiben die Mitstreiter von Archie Ross zu
dezimieren um zuletzt den Gangsterboss selbst zu stellen.
Das Militär und Archie Ross arbeiten nun aus unterschiedlichen Interessen
heraus einen Plan aus, den unsterblichen Helden doch noch töten zu
können. Amerys früherer Fliegerfreund Thorp und seine Tante spielen
dabei eine maßgebliche Rolle.
Meinung:
Puh, ganz schon verrückt was einem hier geboten wird. Der Anfang der
Erzählung über die Reisegruppe dauerte fast 12 Seiten, weshalb
ich doch etwas irritiert war, als plötzlich alle vermeintlichen
Hauptdarsteller tot waren. Die nächsten 3 Seiten über Amery waren
zuerst schwer zu packen, jedoch fand ich mich dann zunehmend mehr in die
Geschichte hinein. Bis zum spannenden Finale warten noch einige
Überraschungen auf den Leser, wenn man geneigt ist einiges an Geduld
und Fantasie zu investieren. Der Autor hat eine gute Schreibe, jedoch sollte
das Thema doch etwas greifbarerer für den Leser beschrieben sein was
ihm trotz guter Ansätze den dritten Punkt kostet. Zumindest werden fast
alle offenen Fragen dem Leser zum Ende hin beantwortet.
2 von 5 möglichen Kreuzen:
Kommentare zum Cover:
Das Cover hat leider überhaupt nichts mit der Handlung zu tun und ist
auch noch armselig skizziert. Man erkennt jedoch das grobe Raster dieses
gemalten Bildes wie auf einer Leinwand. Der größte Blickfang sind
noch die roten Linien im Gesicht des Monsters, wobei es aber eher aussieht
als müsste sich der Unheimliche einmal schnäuzen
Coverbewertung:

Ein Zusatzhinweis zu dem Cover kommt von Michael Schick:
Das Titelbild stammt ursprünglich von dieser Ausgabe der spanischen
Comic-Reihe HORROR: