Macabros Nr. 45: Das Geheimnis der grauen Riesen

Macabros Nr. 45: Das Geheimnis der grauen Riesen


Die Tür am Ende des schwachbeleuchteten Ganges öffnete sich. Dr. Henry Herold, 36, Facharzt in dem kleinen Privat- Sanatorium am Rande von Valley Forest erweiterte den Türspalt vorsichtig und warf einen Blick nach draußen. Leer lag der Gang vor ihm. Herold hatte Nachtdienst. Die Nachtschwester hielt sich in dem kleinen Zimmer auf. Dort brannte ebenfalls Licht. In der Klinik war es ruhig. Es war wenige Minuten vor Mitternacht. Auf Zehenspitzen schlich Herold durch den Korridor. In der Mitte des Ganges etwa lag der Treppenaufgang. Dr. Herold hätte eigentlich schlafen und sich bereithalten sollen für den Fall, daß seine Hilfe in dieser Nacht gebraucht wurde. Aber damit rechnete er nicht. Es gab im- Augenblick keinen besonderen schweren Fall hier im Haus. Die diensttuende Schwester würde allein fertig werden. Außerdem hatte er nicht die Absicht, lange fortzubleiben.


Rezension von Florian Hilleberg:


Kurzbeschreibung:
Dr. Henry Herold stößt im Zuge von Privatforschungen auf ein Dimensionstor, welches ihn zu der Welt der grauen Riesen bringt. Diese Wesen leben in Höhlen, die ihnen als Transporter durch sämtliche Dimensionen dienen. Schon vor Urzeiten hatten sie Kontakt mit den Menschen, diesen aber abgebrochen, da die grauen Riesen mit den Menschen schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Henry Herold informiert seinen Bruder Kenneth von seiner Entdeckung und macht sich mit ihm gemeinsam auf den Weg zu den grauen Riesen. Als sie den Rückweg antreten wollen, gelingt aber nur Kenneth die Reise, Henry bleibt auf der Welt der grauen Riesen verschollen. Dorthin verschlägt es auch Björn Hellmark, der eigentlich mit dem Lichtwesen D’Dyll auf dem Weg zur Erde ist. Auf ihrer Reise vernimmt D’Dyll plötzlich Signale eines weiblichen Wesens seiner Art und lässt Björn auf der Welt der grauen Riesen zurück. Dort macht der Deutsche eine grauenhafte Entdeckung: Seit Urzeiten bewachen die grauen Riesen einen Gegenstand, den die Schwarzen Priester unter allen Umständen in ihre Finger bekommen wollen: Das Blutsiegel des Molochos, welches Pest und Tod über die Menschen bringen kann....


Meinung:
Von Dan Shockers Zweitserie sind mir im Prinzip nur die ersten Romane bis Band 18 bekannt, so dass ich mich erst in die komplexe Handlung einfinden musste. Macabros zeichnet sich ja durch einen stark Zyklenhaften Aufbau aus, was es Erstlesern nicht einfach macht, mitten drin anzufangen zu lesen. Doch durch Erklärungen und Einführungen gelingt es dem Autor schnell, dem Leser zu vermitteln, was nun für die vorliegende Story von Belang ist und was nicht. In diesem Band erwartet einen wieder eine gekonnte Mischung aus Fantasy-, Science-Fiction- und Horror-Elementen. Letztere kommen zum größten Teil in der Nebenhandlung um Kenneth und Liz Herold zum Tragen, die zu Spielbällen des Schwarzen Priesters werden. Die titelgebenden grauen Riesen sind interessante Geschöpfe, deren Leben zu analysieren sich schon lohnt und das Blutsiegel des Molochos ist im Prinzip eine Art Büchse der Pandora, welche noch spannende Verwicklungen verspricht. So ganz klar wurde allerdings nicht, weshalb D’Dyll gerade in dem Moment die Signale seiner Partnerin vernahm, als er sich in der Nähe der Welt der grauen Riesen befand. War das nun ein Zufall oder eine Falle? Vielleicht wird dieser Umstand in späteren Romanen noch einmal aufgegriffen. Die vorliegende Geschichte bietet jedenfalls rasante und abwechslungsreiche Unterhaltung mit einem äußerst spannenden Cliffhanger...


Besonderheiten:
Erster Auftritt von Molochos’ Blutsiegel
Erster Auftritt von Dr. Henry Herold


4 von 5 möglichen Kreuzen:
4 Kreuze


Kommentare zum Cover:

Das Cover zeigt einen grauen Riesen und seinen Nachwuchs, der gerade aus einem Ei schlüpft, sowie den Schwarzen Priester im Hintergrund. Die Szene kommt im Roman genauso vor und wurde von Lonati auch zeichnerisch sehr gut festgehalten, wird aber auf Außen-stehende sehr bizarr wirken.


Coverbewertung:
3 Kreuze