Macabros Nr. 43: Die Horror-Tempel von Skyx

Macabros Nr. 43: Die Horror-Tempel von Skyx


Ein Mann drückte die Zweige des Gebüschs auseinander und blickte in die Dämmerung, die über der Steppe lag.Ein tiefer Atemzug hob und senkte die mächtige, breite Brust des einsamen Wanderers, und mit aufmerksamen Blicken schaute er sich um. Er wußte nicht, wo er war. Das Land war ihm fremd. Diese ganze Weite war ihm ein Rätsel. Ein ungewohntes Schicksal hatte ihn an die Ufer eines fremden Landes oder einer Insel.


Rezension von Florian Hilleberg:


Kurzbeschreibung:
Rani Mahay, der Koloss von Bhutan, und seine bengalische Tigerin Chitra folgen Björn Hellmark durch den Spiegel der Druidin Kiuna Macgullygosh. Doch Rani trifft nicht in Tschinandoah ein, sondern gelangt im Land Ullnak. Dort trifft er auf Statuen, die seinen Freund Björn darstellen und mit Nadeln gespickt sind. Die Bewohner geben dem deutschen Millionärssohn die Schuld an dem Umsturz ihres Landes und wollen ihn quälen. Nachdem der Fürst von Ullnak starb kam seine Tochter Aleana an die Macht, doch alsbald wurde sie ihr wieder entrissen. Was die Bewohner nicht ahnen ist, dass der finstere Magier Tamuur das Zepter in der Hand hält und Björn die Schuld in die Schuhe geschoben hat. Tamuur, der Scharlachrote, ein dämonisches Wesen mit einem bizarren Äußeren hat sich selbst zum Herrscher über Ullnak gemacht und buhlt um die Gunst der schönen Aleana. Rani und Chitra treffen auf einen Bewohner des unterdrückten Landes, der ihnen helfen will. Er lockt sie in einen Tempel, wo die Soldaten Tamuurs den Inder überwältigen. Björn Hellmarks indischer Freund wird gefangen genommen, während Chitra die Flucht gelingt. In einer Kerkerzelle in einem der Türme der Burg von Tamuur wird Rani Mahay Zeuge, wie Chitra von einer fleischfressenden Pflanze im Garten des Magiers verschlungen wird. Rani selbst gelingt die Flucht, in dem er sich aus dem Fenster ins Meer stürzt. Er wird an die Ufer eines geheimnisvollen Eilands gespült. Dort trifft er auf Eingeborene, die einem mächtigen Wesen huldigen, welches sich Chhom nennt. Rani hofft mit Chhoms Hilfe Tamuur zu stürzen und Björn wiederzufinden. Doch die dinge entwickeln sie wie immer ganz anders als geplant und Rani muss erkennen, dass Tamuurs Einfluss weiter reicht, als er dachte....


Meinung:
Während Björn immer noch durch die Dimensionen reist, erlebt Rani Mahay seine eigenen Abenteuer und bekommt mit diesem Heft sogar einen Solo-Roman. Björn und Carminia tauchen eigentlich nur als Trugbilder bzw. als Statue auf. Darüber hinaus ist der Roman auch bemerkenswert, weil Chitra, Ranis treue Gefährtin, im Schreckensgarten von Tamuur ihr Ende findet. Die Story um Ullnak ist dabei nicht allzu neu, ein finsterer Tyrann will die Gunst der schönen Königstochter erringen. Derartige Geschichten findet man fast in jedem zweiten Fantasy- oder Mittelalterroman. Die erste Hälfte des Romans beschäftigt sich mit der Ankunft des Inders in Ullnak und der Begegnung mit Tamuur, der wirklich scheußlich dargestellt wird, sowohl äußerlich, als auch charakterlich, eben wie ein waschechter Bösewicht sein muss. Die zweite Hälfte der Geschichte, in der Rani auf der Insel Skyx gegen Riesenschlangen kämpfen muss ist dabei sehr rasant, tempo- und actionreich. Der Leser ist dabei vor keiner Überraschung sicher, und wenn man glaubt die Lösung des Rätsels liegt vor einem, so ist es doch ganz anders als erwartet. Unlogisch fand ich den Umstand, dass es Rani gelingt sich aus der Umklammerung einer Riesenschlange zu befreien, in der er ihr seinen Willen aufzwingt. Zunächst wird behauptet, Rani könne seine besondern Fähigkeiten nur bei Tieren anwenden, nicht aber bei dämonischen Geschöpfen. Später erzählen ihm die Eingeborenen die Schlagen wären magische Kreaturen, also hätte die hypnotische Kraft des Inders theoretisch keine Wirkung zeigen dürfen. Ansonsten bietet der Roman wirklich gute Unterhaltung und läutet einen neuen Zyklus in der Macabros-Serie ein, in welchem Rani Mahay die Hauptperson zu werden scheint.


Besonderheiten:
Solo-Roman mit Rani Mahay.
Erster Auftritt von Tamuur, dem Scharlachroten.
Erster Auftritt von Aleana.
Chitra, die bengalische Tigerin, wird von einer fleischfressenden Pflanze verschlungen.


4 von 5 möglichen Kreuzen:
4 Kreuze


Kommentare zum Cover:

Das Cover gefällt mir vom Stil her überhaupt nicht und ich bin wirklich erstaunt darüber wie schlüssig Dan Shocker das Cover in die Geschichte mit eingebunden hat.


Coverbewertung:
1 Kreuz

Ein Zusatzhinweis zu dem Cover kommt von Michael Schick:
Beim Malen dieses Covers hat Esteban Maroto bei sich selbst kopiert, denn es gibt von ihm noch ein zweites Bild auf welchem der charakteristisch aussehende Mann mit dem Dolch verwendet wurde. Der Körper dieses Mannes ist eindeutig identisch, auch wenn der Kopf anders gemalt wurde. Dieses zweite Bild wurde übrigens auf dem Cover des Professor Zamorra Romans Nr. 405 verwendet:

Professor Zamorra Nr. 405: Kampf um Merlins Burg