Larry Brent Nr. 166: Reiß den Pflock aus meinem Vampirherzen


"Hallo!" sagte er erfreut und ging auf sie zu. Schließlich war sie eine alte Bekannte von ihm, und er hatte in dieser Nacht auf eine erneute Begegnung mit ihr gewartet. "Da bist du ja wieder!" "Ich habe dir doch gesagt, daß ich Nacht für Nacht kommen würde." Ihre sanfte Stimme klang wie eine betörende Melodie in seinem Ohr, wie sphärische Geistermusik, deren Bann er sich nicht entziehen konnte. Ihre ganze Erscheinung war sanft und zart. Sie war genau so, wie er sich immer seine "Traumfrau" vorgestellt hatte. Unglaublich zart, mädchenhaft, helle Haut und blondes Haar, daß wie Seide schimmerte. Ihr Gesicht war schmal, und die kleine gerade Nase, die hübsch geschwungenen Augenbrauen und die feucht schimmernden roten Lippen hätten jeden Maler verlockt, dieses reizvolle Antlitz mit Farbe und Pinsel auf die Leinwand zu bannen. In den hellen Augen war ein geradezu magisch zu nennendes Licht, das ihn zu hypnotisieren und zu verführen schien. In dieser Nacht konnte er nicht anders. Sie war wiedergekommen, und sie war mehr für ihn als nur ein Objekt, das man sich gern ansah. Er faßte sie zum ersten Mal an, legte seine Hände auf ihre Schultern und zog sie langsam an sich. Ihre Blicke verschmolzen ineinander, und um ihre schönen Lippen spielte ein weiches Lächeln.


Rezension von Postman:


Kurzbeschreibung:
Peter Stone, ein mitteloser in Paris lebender Maler, wird seit einigen Nächten von merkwürdigen Träumen heimgesucht. Ihm begegnet eine schöne Frau namens Olga, welche voll und ganz seinen Idealvorstellungen vom anderen Geschlecht entspricht. Als ihm diese Traumgestalt im wachen Zustand begegnet wird er von der Unbekannten um Hilfe gebeten und zu einer nahen Baustelle geführt.
Zwischenzeitlich versuchen die drei PSA Agenten X-RAY-3 alias Larry Brent, X-RAY-7 alias Iwan Kunaritschew und X-RAY-10 alias Chris Moore mittels eines Hubschraubers ein abgelegenes Forschungscamp in der Wüste von Nevada zu erkunden. Da man sich dort mit übersinnlichen Experimenten beschäftigt hat aber der Kontakt plötzlich abgebrochen ist, machten sich die verantwortlichen Behörden Sorgen um die dort stationierten Kräfte. Kurze Zeit nach der Landung versagen alle elektronischen Geräte, weshalb man erst einmal festsitzt. Aus der Not eine Tugend machend erkunden Larry und Iwan den 4-stöckigen Laborkomplex und werden nach der Entdeckung von drei grauenhaft zugerichteten Leichen von einem Wesen mit übermenschlichen Kräften angegriffen. Iwan wird dabei schwer verletzt und Larry wird bewusstlos. Nur das Auftauchen von Chris Moore verscheucht das unheimliche Wesen, dessen Kräfte über reine körperliche Gewalt hinausgehen, da Larry vor seiner Bewusstlosigkeit Kräfte abgezogen wurden. Bevor sich die PSA-Mannschaft an die Oberfläche retten kann, wird die einzige Überlebende bzw. vierte Wissenschaftlerin May Kellin entdeckt und mitgenommen.
Peter Stones Begegnung in Europa mit der unbekannten Schönen hat ebenfalls fatale Folgen. Er wird zu einem Vampir gemacht und soll als Helfer für die Erweckung eines im Notre Dame liegenden und gepfählten Vampirs dienen, dessen Blut mit Draculas Lebenssaft durchsetzt ist. Das Pärchen versteckt sich jedoch erst einmal in Stones abgedunkeltem Hotelzimmer, da der nächste Morgen naht. Dieses Glück hat ein Penner der ein Opfer der Vampire wurde nicht, denn er verbrennt durch das erste Sonnenlicht.
In Nevada finden die Überlebenden derweil heraus, dass mit etwas Abstand zur Station alle elektronischen Geräte wieder funktionieren, weshalb man den Hubschrauber außer Reichweite des Gebäudekomplexes mittels eines Autos schleppt und Larry die beiden Schwerverletzten Iwan und May ins nächste Hospital fliegen kann. Chris wird als Stallwache zurück gelassen. Im Krankenhaus erwacht May Kellin nach einigen Stunden und erzählt Larry von einem Medium namens Terry welche mittels einer im Labor entwickelten und immer noch in Betrieb befindlichen Apparatur ein ungeheures Potential an geistigen Kräften entwickelte. Terry hätte mittels Ihres Geistes zudem gewusst, dass mitten in Paris demnächst ein gepfählter Vampir erneut zum Leben erweckt werden sollte.
Larry und Chris stürmen daraufhin mit einer Bereitschaftseinheit den Laborkomplex in Nevada und sind überrascht, dass sowohl das geheimnisvolle Energiefeld als auch das unheimliche Wesen weg zu sein scheint. Nur die aufgestellte Maschine scheint noch menschliche Kräfte abzuziehen und sich immer wieder trotz Abschaltung aktivieren. Als ein Mann der Einsatzbereitschaft Amok läuft kann Larry das Gerät zerstören. Alle scheinen gerettet zu sein.
Als im Hospital in dem Iwan und May liegen der Unhold erneut auftaucht und einen Mord begeht, scheint das Ganze zumal die Wissenschaftlerin noch Schlaff zu wandeln scheint, weiter zu eskalieren. Chris wird nach Paris gesandt um gegen die Vampir Plage anzutreten und Larry versucht mit mehreren starken Männern May im Krankenhaus zu beschützen.


Meinung:
Ich erwartete wegen des reißerischen Titels eher eine banalere Vampir Geschichte.
Kurzweilig und spannend werden hier viele Horror und SF- Elemente passend zusammen gemischt, obwohl man zu Beginn der Geschichte den roten Faden erst nicht erkennt. Speziell die Szenen im Laborkomplex sind so unheimlich geschrieben, dass mir jetzt noch eine Gänsehaut über den Rücken läuft. Wäre Akte X nicht Jahre später entstanden würde man als Leser meinen, dass Elemente aus dieser Serie eingeflossen sind. Erneut erkennt man dass der Autor wieder einige Jahre weiter wie die TV- und Filmindustrie war.


Besonderheiten:
Iwan wird schwer verletzt.


4 von 5 möglichen Kreuzen:
4 Kreuze


Kommentare zum Cover:

Die Vampirin Olga möchte Ihren Mentor wieder zum Leben erwecken. Wegen der Fliege am Hals des Vampirs muss man zwar etwas schmunzeln, trotzdem ein sehr atmosphärisches und stark gezeichnetes Motiv für welches vor allem der Kronleuchter und sein Schattenwurf verantwortlich sind.


Coverbewertung:
4 Kreuze