Larry Brent Nr. 156: Pandämonium
Larry Brent Nr. 156: Pandämonium


"Pandämoniun?" fragte die Rothaarige erstaunt. "Was ist denn das?" "Es ist der Ort, wo sich die Dämonen und die bösen Geister versammeln." Der Mann, der das sagte, war Ende dreißig. Seine Haut wirkte sehr blaß, fast durchscheinend. Seine Haare waren weißblond. Sam Orlinsky, der amerikanisch-polnische Regisseur, war durch eine Reihe unheimlicher Filme den Zuschauern nicht nur in Amerika zu einem Begriff geworden. Orlinsky drehte für die mit großem Erfolg laufende Serie ,NachtGalerie" mehr als zwanzig Filme. Seine abendfüllenden Werke, in der er stets das Abstruse, Absonderliche, Übernatürliche und Okkulte behandelte, waren in die Filmgeschichte eingegangen. Doch Orlinsky ließ es nicht damit bewenden, nur Spielfilme zu drehen, in der er dem Bösen und Ungeklärten ein Denkmal setzte. "Es war immer mein Ziel gewesen, Claire", fuhr er fort, "das Abseitige nicht nur realistisch darzustellen - sondern irgendwann mal so zu zeigen, wie es ist." "Du glaubst also tatsächlich an übernatürliche und okkulte Dinge?" "Ja." Er atmete tief durch und griff nach seinem Glas, ohne seine durchdringenden blauen Augen, um die jede Frau ihn beneidete, von ihr zu wenden. "Ich glaube nicht nur daran - ich weiß es. Und das ist der Grund, weshalb ich hierher nach Hongkong geflogen bin."


Rezension von Postman:


Kurzbeschreibung:
Der amerikanisch-polnische Regisseur Sam Orlinsky möchte der Schauspielerin Claire Dunant, mit der er eng befreundet ist, in Hongkong sein neuestes Filmprojekt vorstellen. Eigentlich ist es gar kein gewöhnlicher Film den er verspricht Ihr in speziell dazu angemieteten Filmstudios die Grenze zu einer anderen Welt zu zeigen, dem Pandämonium. In der Tat begegnen Ihr in der Filmhalle nicht nur unheimliche Bilder fotografiert in den Jenseitswelten sondern auch ein schleimiger Arm der ihr übers Gesicht streicht. Dieser ist plötzlich wieder verschwunden. Obwohl Claire dem Regisseur versprechen muss nichts Dritten gegenüber zu sagen, kann Sie dem Klischee entsprechend Ihrer Kollegin Nicole dieses Erlebnis nicht vorenthalten. Die Strafe kommt prompt, denn eine abscheuliche hexenhaft mutierte Gestalt bringt ihr Minuten später den Tod. Zur selben Zeit bekommt Larry am eigenen Leib die Auswirkungen des Totenkopf-Roulettes zu spüren, da auf sein Konterfei die Kugel zuletzt fiel. Larry kämpft auf verlorenem Posten, es ist jedoch sein Glück dass das Schwert nur einige Zeit aktiv werden kann und es verschwindet. Die Presse tritt das Erlebnis breit, weshalb auch ein gewisser Pavel Orlinsky weiß in welchem Hotel unser Staragent anzutreffen ist. Pavel erzählt, dass sein Bruder der geheimnisvollen Loge und damit den CHAOS Anhängern angehörte und anscheinend ein Mittel gefunden hat mit Hilfe eines Amuletts den Jenseitskräften und damit auch dem Totenkopf-Roulette zu entgehen. Ein solches Amulett bekommt Larry von Pawel gleichfalls ausgehändigt. Da er seinen Bruder sucht ist er irgendwann an Madame Roquette geraten, die nicht nur weitere Hintergründe kennen würde sondern auch eine Freundin Graf Leucates ist. Larry ist nun natürlich interessiert an einer Begegnung, welche auch schnell zustande kommt. Viel Neues erfährt Larry jedoch nicht, am wichtigsten ist die Information dass Sam Orlinsky sich nun in Hongkong aufhalten würde, weshalb er Morna Ulbrandson alias X-GIRL-C bzw. Su-Hang alias X-GIRL-G vor Ort einsetzt.
Larry Brent trifft, als er gerade das Haus der Madame verlässt, seinen Kollegen Iwan Kunaritschew, der sich als Tippelbruder verkleidet hat und beide tauschen den neusten Informationsstand aus. Larry Brent begibt sich nun mit Pavel Orlinsky zum NOBLESSE in welchem Klaus Merlin öfters zu Gast wäre, welcher wohl gleichfalls Kontakt zur Loge hat. Leider findet er Merlin dort nicht und wird stattdessen erneut CHAOS Attacken mittels einer lebendig gewordenen Straßenlaterne attackiert. Pavel Orlinsky stirbt bei dieser Aktion und X-RAY-3 entschließt sich daraufhin in BRAEMER erneut die Spur aufzunehmen. Kunaritschew, der immer noch vor dem Haus von Madame Roquette steht, sieht Larry Brent etwas später erneut das Hause betreten wissentlich dass sein Freund in einer anderen Richtung unterwegs ist. Für ihn ist klar dass die Loge wieder aktiv wird und einer das Aussehen seines Freundes angenommen hat. Die Wahrsagerin wird entführt und dieses Mal kann Kunaritschew mittels eines Taxis ohne Augenbinde sich auf das Ziel konzentrieren. Ihm gelingt es die Siebener Loge zu sprengen in dem er sich als einer der Ihren teilnimmt. Alle Teilnehmer, darunter Klaus Merlin und Anabelle Chantrue verwandeln sich daraufhin in geifernde Monster, denn für die Hörigkeit verlangt CHAOS Tribut. Zur selben Zeit werden Morna Ulbrandson und Su-Hang von Sam Orlinsky als Opfer für CHAOS auserwählt. Er möchte beide ins Pandämonium ins Zentrum von CHAOS senden und Sie dabei filmen. Des Weiteren erscheint unserem Larry Brent im SWORD CASTLE überraschend Graf Leucate, der ihm seinen wagemutigen Plan mitteilt mit vereinten Kräften den Götzen CHAOS zu vernichten. Können sich alle Beteiligten aus den Fängen von CHAOS und seinen Anhängern überhaupt noch retten?


Meinung:
Der finale Teil des CHAOS-Zyklus zeigt zwar einen leichten Anstieg der Spannungskurve und offenbart aber einmal mehr das ein Zweiteiler auch genügt hätte. Etwas verwirrend war für mich der Einstieg in diesem Band, denn immer wieder neue Akteure präsentiert zu bekommen ist keine meiner Vorlieben. Reichlich albern wirkt das Auftreten Iwan Kunaritschews, wobei Gevatter Zufall hier auch mehr als einmal der Geschichte auf die Sprünge hilft. Mit der angreifenden Straßenlaterne haben wir hier wohl den trashigsten Gegner vorgezeigt bekommen und mit dem Spaß am Filmen am Leid anderer wird am Ende gar eine Prise Snuff Movie (Link) präsentiert. Alles in allem kurzweiliger wie der Mitteilteil, jedoch nicht so gut wie der Start der Trilogie. Vor allem der Cross-Over von Larry Brent und Björn Hellmark (Gegenstück Macabros Band 33) lässt aufhorchen.


Besonderheiten:
3. Teil des sogenannten CHAOS-ZYKLUS
Cross-Overs von Larry Brent und Björn Hellmark im Finale (Gegenstück Macabros Band 33).


3 von 5 möglichen Kreuzen:
3 Kreuze


Kommentare zum Cover:

Auch das Cover steigert sich gegenüber den zwei Vorgängerbänden. Atmosphärisch wird das Reich von CHAOS sprich das Pandämonium präsentiert.


Coverbewertung:
3 Kreuze

Ein Zusatzhinweis zu dem Cover kommt von Michael Schick:
Das Titelbild des Dan Shocker-Romans "Pandämonium" stammt ursprünglich vom Cover des spanischen Comic-Magazins "FANTOM" Nr. 35. Dort war es allerdings seitenverkehrt abgebildet:

Fantom Nr. 35