Larry Brent Nr. 59: Homunkula, Luzifers Tochter
Larry Brent Nr. 59: Homunkula, Luzifers Tochter


Er verhielt in der Bewegung. seine Augen versuchten die Dunkelheit zu durchdringen. Er wußte, daß dies das Zimmer war, in dem sie sich aufzuhalten pflegte. Durch die zugezogenen Gardinen fiel der schwache Schein der Sterne und tauchte das Innere des Salons in unheimliche Dämmerung. Für den Bruchteil eines Augenblicks unterließ der Mann die Aufmerksamkeit, zu spät erkannte er dann die Gefahr... Etwas zischte durch die Luft, und eine Lederpeitsche schlang sich mehrmals um seinen Hals. Mit gurgelndem Laut stürzte der Getroffene zu Boden und versuchte, im Fall noch den Riemen vom Hals zu lösen. Zitternd tastete er nach seiner Gurgel, aber die Peitsche schnitt in seine Haut und stellte ihm die Luft ab. Sein Todeskampf währte mehrere Minuten. Dann brauchte der Gegner aus dem Schatten neben dem großen handgeschnitzten Schrank, löste mit Leichtigkeit den Lederriemen und ließ die Peitsche achtlos auf den Boden fallen. Der gleiche Mann tauchte fünf Minuten später im Nachbarraum auf, nachdem er die mobile Schrankwand nach außen gedreht und durch den geheimen Durchlas Eingang gefunden hatte. In einem Traum von Sessel saß ein Traum von Frau, eingehüllt in ein Negligé, das den schattengleichen Körper kaum verhüllte. Eine zarte weiße Hand streckte sich dem Ankommenden entgegen, und der Mann reichte der Schönen ,den großen Becher, den er hielt. "Trink", sagte der Hagere. "Er war neugierig. Ich habe ihm aufgelauert. Das Blut des Schnüfflers Brent, meine Liebe!"


Rezension von Florian Hilleberg:


Kurzbeschreibung:
Larry Brent verschwindet bei den Recherchen in einem mysteriösen Fall. In einem einsamen Landhaus, dem Blackstone Cottage gehen merkwürdige Dinge vor sich. Ein verblendeter Wissenschaftler huldigt finsteren Druidenmächten, während in dem Edelbordell Hunters Village mehrere Männer spurlos verschwinden. Sie geraten in die Fänge der nach Blut dürstenden Homunkula, Luzifers Tochter. Peter Blacker, ein Bekannter von Larry Brent, begibt sich auf die Suche nach seinem verschollen Freund und gerät selbst in die Höhle der Löwin ...


Meinung:
Der Roman beginnt sehr düster und unheilvoll mit einer Szene in welcher Homunkula das Blut Larry Brents säuft. Der geneigte Leser wird natürlich wissen, dass der sympathische Agent nicht so schnell das Zeitliche segnet und erfahrene Dan-Shocker-Fans wissen auch wo sich Brent tummelt. Die Handlung läuft stringent und geradlinig ab, entwickelt nur ansatzweise Spannungsspitzen und dümpelt ansonsten recht unmotiviert vor sich hin. Die häufigen Schauplatzwechsel zwischen den Hotels, dem Blackstone-Cottage und der Dorfkneipe sorgen zusätzlich für Verwirrung. Darüber hinaus wurden einige Szenen, wie Bill Morleys Jagd nach der geheimnisvolle Carmen, für einen 64seitigen Heftroman zu ausgewalzt beschrieben. Im Plot versuchte Shocker dieses Mal einen pseudowissenschaftlichen Hintergrund mit finsterer Druidenmagie zu koppeln. Sehr abgedreht und manchmal ein bisschen zu trashig. Sehr packend beschrieben wurde dagegen der Kampf Blackers mit der monströsen Homunkula, die anders als auf dem Cover dargestellt allerdings keine Wertigerin ist. Schade eigentlich, denn dem Leser wird suggeriert hier einen Roman mit einer solchen Bestie vor sich zu haben und ich hätte mich auch über eine derartige Geschichte sehr gefreut, da der Autor mit Werwesen ja generell sehr sparsam umgegangen ist. Das Ende fällt sehr lieblos aus und wieder mal muss mit unglaubwürdigen Zufällen Tabula rasa gemacht werden.


1 von 5 möglichen Kreuzen:
1 Kreuz


Kommentare zum Cover:

Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit hat Lonati hier keine richtige Szene des Romans verarbeitet, sondern sich vom Cover des Silber-Krimis Nr. 946 inspirieren lassen. Das führt dazu, dass man als versierter Gruselroman-Kenner der Ansicht ist, es mit einem Wertiger zu tun zu bekommen. Zeichnerisch ist das Lontai-Cover dem Titelbild des Silber-Krimis natürlich klar überlegen, aber ein Meisterwerk ist es auch nicht gerade.


Coverbewertung:
3 Kreuze