Larry Brent Nr. 12: Der mordende Schrumpfkopf
Larry Brent Nr. 12: Der mordende Schrumpfkopf


Er betrachtete sich die Wand, an der die Schrumpfköpfe hingen wie Glieder einer Kette. An einer Stelle aber war zwischen der makabren Sammlung ein freier Platz, als fehle hier ein besonders seltenes Stück. Paul Vernon preßte die Lippen zusammen. "Verrückt, ich bin verrückt", murmelte er. "Aber vielleicht kommt doch eben mal der Tag, an dem ich den Triumph erlebe, meinen Triumph" Ein seltsames Lächeln umspielte die Lippen des bärtigen, braungebrannten Mannes. "Es muß Estrellos Kopf sein. Alles andere interressiert mich nicht", setzte er sein seltsames Selbstgespräch fort. Niemand hörte ihm zu. Er war alleine in der dämmrigen, nach Kräutern und Moder duftenden Hütte. "Ich hoffe, daß ich dir eines Tages wieder mal über den Weg laufe." Diese Worte sagte Paul Vernon, der mitten im Dschungel, abseits von jeglicher Kultur, ein Leben unter den Jivaros führte. Die Vernichtung Estrellos hatte er tausendmal in seinem Geist durchexerziert und vollendet.


Rezension von Florian Hilleberg:


Kurzbeschreibung:
Aus Rache, weil er seine Geliebte Anja unter Hypnose versklavt hat, tötet der Abenteurer Paul Vernon den Zauberkünstler und Magier Estrello und macht aus seinem Schädel einen Schrumpfkopf. Doch Estrello hatte tatsächlich einen Pakt mit den Mächten der Finsternis geschlossen. Um seine magischen Tricks ausführen zu können und weltberühmt zu werden, musste der Zauberer jedes Jahr ein Mädchen opfern. Dieses Mal ein junges Zimmermädchen in der Südamerikanischen Stadt Guayaquil. Die verschwundenen Mädchen veranlassen die Hochleistungscomputer der PSA den Einsatz eines Agenten vor Ort vorzuschlagen. X-RAY-1 setzt seinen besten Mann auf den Magier an: Larry Brent alias X-RAY-3. Der trifft alsbald auf die Spuren des mordenden Schrumpfkopfes. Der Schädel des Magiers war nämlich nicht so tot, wie Paul Vernon angenommen hat. Eines Tages ist der Schrumpfkopf aus der Hütte des Abenteuers verschwunden. Paul fürchtet nun, dass sich Estrello an ihm und Anja rächen will. Er bringt seine Geliebte in das Jivaro-Dorf, wo Paul seit der Versklavung Anjas durch Estrello lebt. Als sich die Wege des PSA-Agenten und Vernons kreuzen beschließen sie dem Vernichtungsfeldzug des Schrumpfkopfes der wahllos mordet zu folgen. Bald schon steht fest, dass Estrello in den Dschungel will. Dorthin, wo Paul Anja versteckt hat. Als Larry, gemeinsam mit Paul, in dem Dorf der Jivaro-Indianer angekommen ist, muss der PSA-Agent feststellen, dass er einen schweren Fehler begangen hat, denn Paul, der sich des Mordes an Estrello verantworten muss, hat nicht die Absicht Larry lebend aus dem Dorf entkommen zu lassen und hetzt die Eingeborenen auf den Amerikaner. Bevor es zum Äußersten kommen kann greift der Schrumpfkopf Anja an und tötet sie. Larry gelingt es den Schrumpfkopf im Kampf übel zuzurichten. Doch er ist noch nicht vernichtet. Larry will den Schädel von den Wissenschaftlern untersuchen lassen. Daraufhin greift ihn Paul mit einem vergifteten Speer an und verletzt sich dabei selber, woraufhin er an dem Nervengift zugrunde geht. Die Wissenschaftler der PSA können aber nichts außergewöhnliches an dem Schrumpfkopf feststellen, so dass dieser ab sofort in einem Museum ausgestellt wird, unter Panzerglas verschlossen.


Meinung:
Dieser Roman hat schon sehr zwiespältige Gefühle bei mir hinterlassen. Zum einen wurde die Geschichte fesselnd konstruiert, auch wenn der Schrumpfkopf selber erst in der zweiten Hälfte des Romans in Erscheinung tritt. Die ersten dreißig Seiten behandeln mehr die Vorgeschichte, was aber nicht heißt, dass diese langweilig wäre. Etwas übertrieben fand ich das Massaker des Schrumpfschädels, dass er auf seinem Weg anrichtet. Zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass man sich so einfach kampflos ergibt, wenn so ein verschrumpelter Apfel einem an der Gurgel hängt. Zumal dieser sich meistens sogar rollend oder kriechend voranbewegt. Larry selber hat sich meines Erachtens auch zu cool gestellt, als er aus seiner Ohnmacht erwacht und feststellt, dass er mit einer halbverwesten Leiche in einer Kiste liegt. Da darf auch ein hartgesottener PSA-Agent mehr Gefühl zeigen. Eine kleine Stilblüte in Punkto Rechtschreibung lässt sich in dem Heft auch noch finden, denn hier beschreibt Dan Shocker gefräßige Fische als "Pyrannias". Selbst in der neuen Rechtschreibung ist das aber eher eine Lautschrift, denn es schreibt sich eigentlich immer noch "Piranhas".


2 von 5 möglichen Kreuzen:
2 Kreuze


Kommentare zum Cover:

Es zeigt wie Anja von Estrellos Schrumpfkopf in Vernons Hütte angegriffen wird. Zunächst dachte ich: Wieso sieht der Schrumpfkopf aus, als ob er Hasenzähne hat? Die hat er auch. Okay, es sind Rattenzähne. Tatsächlich schmücken die Jivaros ihre Schrumpfköpfe mit Nagezähnen. Auf alle Fälle ist das Bild schön schaurig gezeichnet worden.


Coverbewertung:
3 Kreuze

Das Titelbild zu diesem Larry Brent Roman wurde schon einmal für den Silber-Grusel-Krimi Nr. 197 "Die Körperlosen von Invergarry Castle" von Frank Sunderland verwendet.

Silber-Grusel-Krimi Nr. 197: Die Körperlosen von Invergarry Castle


Auch für den Geister-Schocker Nr. 11 wurde es verwendet:

Geister-Schocker Nr. 11: Der magische Schrumpfkopf