Larry Brent Nr. 8: Die Pest fraß alle
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"Bist du es, Henry?" fragte die junge Frau, die nur mit einem Tanga bekleidet
- mit langsamen Schwimmbewegungen das saubere, klare Wasser teilte. Sie sah
über den Rand des Swimmingpools hinweg die Beine des sich nähernden
Mannes. Die laute Musik aus dem Fernsehgerät, das dicht am Rand des
Beckens stand, übertönte alle anderen Geräusche, so daß
Patricia Cabott auch nicht die Schritte hörte. "Außerdem
könntest du vielleicht das Programm umschalten, Henry", meinte die Blondine.
"Dieses Pop-Gedudel geht mir auf die Nerven..." "Aber natürlich, Honey"
sagte da eine fremde Stimme, und Patricia Cabott fuhr zusammen. "Ich mache
alles, wie du es gern haben möchtest ..." Sekunden war die junge Frau
wie gelähmt. Sie versuchte noch die schmale Metalleiter zu erreichen,
als sich auch schon eine dunkle Hand nach vorn streckte und nach dem
Fernsehapparat griff. Patricia schrie. "Schade, daß das Programm nicht
in Farbe ist", sagte die kalte Stimme. Dann klatschte das Gerät in den
Swimmingpool.
von Dan Shocker, erschienen am 28.07.1981, Titelbild: R.S. Lonati
Rezension von
Bullwinkel:
Kurzbeschreibung:
Pit Dorsay ist Auftragskiller. Als er einen Wissenschaftler und seine Frau
tötet, um einen Mondstein aus dessen Labor zu entwenden, ahnt er noch
nicht, daß dieser Stein nach chemischer Behandlung einen tödlichen
Virus freisetzt. Der Virus wird durch Pit Dorsay im ganzen
Wüstenstädchen Tuba verteilt. Larry Brent gerät zufällig
in die Ereignisse als er mitansehen muß, wie die Frau eines PSA-Trainers
sich buchstäblich verflüssigt. Der Virus löst zuerst die
Knochenstruktur auf, so daß die Menschen regelrecht zu Quallen werden,
und schlußendlich zur totalen Auflösung führt, wobei dieser
Vorgang bei jedem Opfer in verschiedener Geschwindigkeit abläuft. In
der inzwischen unter Quarantäne gestellten und vom Militär
eingekreisten Stadt jagt Larry Brent nach dem Mondstein, ohne zu wissen,
ob er selbst bereits den Keim in sich trägt...
Meinung:
Jawohl, Dan Shocker hat wieder ganze Arbeit geleistet. In Zeiten, in denen
täglich Meldungen über SARS durch die Presse geistern, ist es fast
beängstigend die Verbreitung der Pest im Roman zu verfolgen. Die
Auswirkungen der Krankheit sind natürlich extrem trashig: Durch die
Gegend schleimende Körper, das hat schon höchste Ekel-Qualitäten.
Die Erklärung der Entstehung des Virus und der Grund für den Diebstahl
des Steines bleiben zwar etwas unklar, aber wen interessiert das schon, wenn
man bis dahin blendend unterhalten wird.
5 von 5 möglichen Kreuzen:

Kommentare zum Cover:
Schleimig zerfließende Menschen haben mir schon gut gefallen (*grins*).
Die Farbgestaltung ist vielleicht etwas gewagt, trotzdem klasse!
Coverbewertung:

Rezension von
Benfi:
Kurzbeschreibung:
Nach einem Trainingscamp entdecken Larry Brent und deren Ausbilderehepaar
Paul und Liz Mason bei deren Nachbarn einen Raubmord! Der Geologe Henry Cabott
und seine Frau Patricia mussten sterben, weil der Professor im Auftrage der
NASA eine Gesteinsprobe vom Mond untersuchte, für diese sich allerdings
auch eine Gruppe aus dem Untergrund interessiere und so in Gestalt des Killers
Pit Dorsay den Tod schickten. X-RAY-3 findet die Leiche von Cabott allerdings
in ihrem quallenartigen Zustand etwas eigenartig und so kommt schnell heraus,
dass anscheinend die Mondprobe den Menschen, die diese berührten, die
Knochen im Körper zersetzt! Und auch der blanke Körperkontakt von
bereits infizierten Personen zu anderen reicht, um die Seuche weiter zu geben.
In der Stadt Tuba/USA breitet sich schnell Panik und damit auch das Chaos
aus, denn der Killer Dorsay hat dort nicht nur ein Zimmer, sondern auch eine
Freundin. So bringt er den Virus unter die Leute. Larry Brent bleibt nur
die verzweifelten Bemühungen, diese Pest sich nicht weiter ausbreiten
zu lassen und den tödlichen Stein aufzuspüren. Doch leider gibt
es auch Leute, die gar nicht wollen, dass Larrys Vorhaben gelingen und sehen
ihn als Feind an, der vernichtet werden muss!
Meinung:
Einen sehr ungewöhnlichen Roman hat Autor Dan Shocker hier hingelegt.
Es gibt eigentlich keine wirklichen Gegner - nein, hier lauert eigentlich
'nur' eine Gefahr, die tödlich wirkt. Das Lesewerk erinnert so an die
alten 'Katastrophen-Filme', welche schon immer die Menschen ins Kino lockte!
Aber genauso spannend kann sich auch ein solcher Roman lesen, wobei bei mir
allerdings mit Beendigung des Falles ein etwas schaler Geschmack zurück
bleibt. Ich will ja nicht nur Hefte von Superhelden lesen, aber hier ist
Larry Brent ja wirklich mehr oder minder Statist. Ungewohnt, aber ganz gut!
Besonderheiten:
- Auftritt des PSA-Ausbilder-Ehepaares Liz und Paul Mason, die allerdings
beide sterben
3 von 5 möglichen Kreuzen:

Kommentare zum Cover:
Warum schmelzen hier die Menschen, wie Butter in der Sonne - fragt man sich
beim ersten Betrachten des Lonati-Covers. Das Verstehen kommt mit dem Lesen
des Romans, und man muss schließlich eingestehen, dass der Maler einen
guten Job für die Problematik aus dem Roman gemacht und diese gut umgesetzt
hat!
Coverbewertung: