|
Ein Geräusch ließ Dr. Thomas Hartmann zusammenfahren, denn obwohl
es kaum lauter war als das Rascheln von Seide, wirkte es in der umliegenden
Stille wie ein Pistolenschuss. Hartmann blickte auf, vergaß augenblicklich
den soeben gelesenen Text und spürte, wie sein Herz wild in seiner Brust
zu pochen begann. An sich war der Wissenschaftler nicht sehr schreckhaft.
Eigentlich war sogar das genaue Gegenteil der Fall, wie Dr. Hartmann bei
zahlreichen Forschungsreisen durch Südamerika oder Asien bewiesen hatte.
Vor drei Jahren jedoch hatte sich einiges für den aufstrebenden Experten
der Mikrobiologie und Biochemie verändert. Damals waren vier gut gekleidete
Herren zu ihm nach Hause gekommen und hatten mit ernsten Mienen allerhand
Lobhudeleien über ihn und seine Talente von sich gegeben, so dass es
Hartmann bereits nach der dritten Minute sehr unangenehm geworden war. Danach
waren sie dann konkret geworden und hatten ihm ein Angebot gemacht, exklusiv
für sie zu arbeiten. Hartmann, der damals einen kleinen Forschungsauftrag
von der Universität Hamburg in Arbeit hatte, war zunächst skeptisch
gewesen, zumal die Herren davon sprachen, aus der Stadt, in welcher er auch
geboren worden war, wegziehen zu müssen und seine Arbeit eher im
unauffälligen, ja eigentlich fast schon geheimen Rahmen fortzusetzen.
Aber zweierlei hatte Hartmanns Bedenken wie einen störenden Fussel
weggewischt: Zum einen der großzügig dotierte Scheck, der ihm
überreicht wurde und bei dem ihn die Anzahl der Nullen hinter der Eins
schwindeln ließ. Zum anderen die Aussicht, mit wirklich interessanten
Projekten gefordert zu werden und alleinverantwortlich daran arbeiten zu
können.