Nr. 45
Schizophrenia - Nächte des Wahnsinns

Mit der aufgezogenen Spritze in der Hand näherte er sich der weißen
Tür am Ende des langen Korridors.
Die Schritte des Pflegers hallten laut und unheimlich durch den Gang.
Neonröhren an der kahlen Decke verströmten ihr ungemütliches, kaltes Licht und leuchteten den Flur in der Nervenheilanstalt von Mombello schattenlos aus.
Der Verputz an den Wänden war schmutzig und blätterte ab.
Der Boden zeigte Risse in den Alten, ausgewaschenen und porösen Platten, in denen sich der Schmutz gesammelt hatte.
Hinter der Tür mit der Nummer 23 wurde Paolo Rasoloni in Sicherheitsverwahrung gehalten.
Rasolini, 28, stammte aus Rom und war von einem Gericht rechtskräftig wegen mehrerer Frauenmorde verurteilt worden.
Das Gericht bescheinigte ihm Unzurechnungsfähigkeit und schickte ihn lebenslang in eine Anstalt, um künftig Vorfälle ähnlicher Art auszuschließen.
Wer Paolo sah, glaubte nicht, daß er ein Verbrechen begangen hatte. Aber den grausamsten Mördern sah man mitunter seine Veranlagung nicht an.