Nr. 5

Nachts, wenn die Toten kommen





Sie hielten den Atem an. Der gespenstische grüne Stein hinter den mit mysteriösen Symbolen gekennzeichneten Milchglasscheiben verändrte sich.

Ein Luftzug strich über die dunkelgekleideten Menschen, die sich in dieser makabren Umgebung zusammengefunden hatten.

Auf einem Podest, das wie ein Altar wirkte, standen sieben erleuchtete Totenschädel,

daneben in der dunklen Nische saß der "Meister", kaum zu erkennen.

Seine Hände lagen auf dem Kopf des starren, bleichen Mediums, das zu seinen Füßen hockte und ständig die totenblassen Lippen bewegte.

Das monotone Murmeln wurde stärker, eindringlicher, erfüllte den gespenstischen Raum und pflanzte sich fort durch die kahlen Gänge,

über die steilen, schmalen Treppenstufen bis hinauf zu den verlassenen Turmzimmern, in denen Fledermäuse hausten,

wo Ratten und Mäuse im Gerümpel unter jahrealten Spinnweben raschelten.

Doch sie achteten nicht darauf, sie lauschten nur der Stimme des Mediums, auf den lallenden Singsang, der sie in einen fast hypnotischen Bann zog.


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