John Sinclair Nr. 395: Ich liebte eine Voodoo-Queen
Er stand auf der Türschwellle wie ein Felsblock! Obwohl mich der Mann
anlächelte, hatte ich das Gefühl, als würde er im nächsten
Augenblick das Todesurteil über mich sprechen, denn er vereinte in sich
alle Vorurteile, die man gegen afrikanische Kämpfer oder Krieger
überhaupt haben konnte. Der dunkelhäutige Mann hatte Blumenkohlohren
und sah zum Fürchten aus. Er trug nur einen Lendenschurtz und war
durchtrainiert. Er war kein richtiger Schwarzer, besaß aber unverkennbar
negroide Züge. Wahrscheinlich waren in seiner Ahnenfolge mehrere Rassen
vertreten. Die Haare fehlten ihm völlig. Die Augenbrauen wuchsen fast
über der Nase zusammen, so daß sein Gesicht zusätzlich noch
einen bösen Ausdruck bekam. Und ich stand vor ihm...
von Jason Dark, erschienen am 27.01.1986, Titelbild: Cebollo
Rezension
von Ulrich
Surendorf/Chapman:
Kurzbeschreibung:
John Sinclair wird von dem afrikanischen Diplomaten Bhuwani gewarnt, dass
sich jemand an ihm rächen will, und zwar für die Vernichtung der
Insel Voodoo-Land' (s.
Paperback 2
Voodoo-Land'). Doch ehe er weitere Erklärungen abgeben kann, stirbt
Bhuwani, getötet durch Gift. John wird von Oganda, Bhuwanis
Leibwächter, der allerdings falsch spielt und auf der Seite des Bösen
steht, überwältigt und mit einer Droge außer Gefecht gesetzt.
Noch im Bann dieser Droge wird John zu einer schönen Frau gebracht,
die sich als Moira vorstellt und John schließlich zu einer Liebesnacht
verführt. Danach erklärt sie dem immer noch benommenen John, dass
ihr vollständiger Name Moira Cargal und sie die Schwester der vernichteten
Damion Cargal ist, dem Cyborg, der auf Voodoo-Land seine Zombie-Armee
gründen wollte. Nun will sie John aus Rache von Zombies töten lassen,
und zwar öffentlich vor ahnungslosem Publikum auf einer Karibikmesse.
Zur gleichen Zeit haben sich Suko und Shao auf der Messe umgesehen, weil
sie hofften, dort eine Spur von John zu finden, und sind in die Fänge
von Oganda geraten. Suko kann Oganda ausschalten, muss sich aber dann auf
der Bühne mit den drei Zombies der Moira Cargal herumschlagen. Die will
unterdessen John töten, doch Shao schlägt sie nieder. Suko hat
inzwischen die Zombies getötet.
Meinung:
Ein recht ungewöhnlicher Roman vor einer farbenfrohen Kulisse. Die
Karibik-Messe ist faszinierend beschrieben worden und auch die Gemächer
der Moira Cargal geben eine gute Kulisse für die Geschichte ab. Dass
Moira allerdings so viel Theater um Johns Tod macht, ist mal wieder typisch
für einen Gegner des Geisterjägers. Denn immerhin müsste sie
doch nach dem Tod ihres Bruders am besten wissen, dass man John nicht
unterschätzen und ihm keine Chance geben darf. Sukos Kampf gegen Oganda
fand ich nicht so prickelnd, der wurde für meinen Geschmack einfach
zu lang geschildert. Dafür gibt es einen dicken Pluspunkt für die
Verbindung zum Paperpack Voodoo-Land'. Diese Zusammenhänge
könnten heute auch mal öfter gezogen werden, ohne dass immer gleich
Saladin oder Will Mallmann mit ins Spiel kommen. Auch dass Moira Cargal am
Ende des Romans nicht getötet wird, ist ein Pluspunkt. Allerdings ist
sie ja auch kein Dämon, sondern ein Mensch.
Besonderheiten:
1. Auftritt von Moira Cargal
Die letzten drei Zombies von Voodoo-Land werden vernichtet.
Zeitpunkt der Handlung: keine konkrete Angabe.
Mit diesem Roman erschien die zweite Auflage Band 218 Die
Teufelsdschunke'.
Mit diesem Roman erschien die dritte Auflage Band 24 Dr. Tods
Höllenfahrt'.
Die zweite Auflage dieses Romans erschien am 05.06.1990.
Die dritte Auflage dieses Romans erschien am 14.05.1996.
Ein weiterer Nachdruck dieses Romans erschien im September 2004 im
Jubiläumsband
50 Totentanz'.
4 von 5 möglichen Kreuzen:

Kommentare zum Cover:
Das Bild zeigt Moira Cargal mit ihrem Geparden und dem Leibwächter Oganda.
Der Gruselfaktor ist hier zwar ziemlich gering, aber das Bild ist sehr gut
gezeichnet.
Coverbewertung: